24. November 2009, Aktuelles, TU Dortmund

Kirchenführer zur St.-Johann-Baptist-Kirche in Dortmund-Brechten

Die St.-Johann-Baptist-Kirche in Dortmund-Brechten ist ein Kleinod, in das Geschichte und Kultur seit der Christianisierung eingeschrieben sind. Sie zählt zu den herausragenden kulturellen Erinnerungsorten auf Dortmunder Gebiet. Silke Rüsche und Prof. Barbara Welzel vom Institut für Kunst und Materielle Kultur der TU Dortmund beleuchten zusammen mit weiteren Autoren jetzt in einem rund 100seitigen Kirchenführer die verschiedenen Facetten des Kulturdenkmals.

Der Kirchenbau des 13. Jahrhunderts ist Zeugnis des politischen und kulturellen Anspruchs des Essener Frauenstifts, zu dem Brechten im Mittelalter gehörte. Ein einmaliges Ensemble von steinernen Inschriften bezeugt die mittelalterliche Memoria. Im Zusammenspiel mit dem Bildprogramm zum Weltgericht werden hier mittelalterliche Vorstellungswelten in besonderer Weise greifbar. Die Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert änderte das gottesdienstliche Leben; doch erst im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert wurden ein neues Altarwerk und die Kanzel geschaffen, die zu den seltenen Überresten barocker Kirchenausstattungen auf Dortmunder Gebiet zählen.

Die evangelische Kirche in Brechten ist ein Ort der religiösen Erfahrung. Zugleich ist sie ein Kulturdenkmal von außerordentlichem Rang und besonderer Schönheit. Der Kirchenführer erschließt eine der schönsten historischen Dorfkirchen Westfalens.

In den verschiedenen Beiträgen beleuchten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen in allgemein verständlicher Weise verschiedene Facetten des Kulturdenkmals: Die Legende des Kirchenpatrons wird nacherzählt, die Baugeschichte mit den – an Spuren im Bau aufzeigbaren – Planwechseln dargelegt; das Bildprogramm der Fresken wird ebenso erläutert wie die spannende Überlieferungsgeschichte der Malereien. Weitere Beiträge sind der Geschichte und historischen Bedeutung des Ortes, weiterhin den steinernen Inschriften wie der Restaurierung des Inschriftensteines vom Außenbau gewidmet. Erstmals auch wird die Umgestaltung der Kirche nach Einführung der Reformation in einen größeren Zusammenhang gestellt. Den Abschluss bildet ein Kapitel über die Glocken. Der Band möchte zu einem besseren Verständnis dieses Kulturdenkmals beitragen: für die Kirchengemeinde in Brechten, für die Dortmunderinnen und Dortmund sowie auch für kunst- und kulturinteressierte Gäste.

Der Kirchenführer erscheint als Band 2 der neuen Schriftenreihe der Conrad-von-Soest-Gesellschaft, die mit diesen kleinen Publikationen zum Erschließen des kulturellen Erbes in Dortmund einen Beitrag leistet. Gefördert wurde die Veröffentlichung durch die Sparkasse Dortmund und die Dortmunder Volksbank. (TU Dortmund)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen

Themen: ,





Schreiben Sie einen Kommentar »



Das könnte Sie auch interessieren:
Bild: TU Dortmund

Ausbildungsprogramm für Aktuare an der TU Dortmund

Wer als gut bezahlter Aktuar, also als Risikoprüfer für Finanzkonzerne und Versicherungen, arbeiten möchte, bekommt mit dem Ausbildungsprogramm AKTUARDO der Technischen Universität Dortmund schon früh das nötige Fachwissen. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Fakultät sowie die Fakultät für Mathematik und die…

Bild: TU Dortmund

Gabriele Sadowski in den Vorstand der DECHEMA berufen

Gabriele Sadowski, Professorin an der Technischen Universität Dortmund, ist in den Vorstand der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. gewählt worden. Anfang des Jahres 2012 tritt die Inhaberin des Lehrstuhls Thermodynamik an der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen ihr…

Bild: TU Dortmund

TU Dortmund kooperiert mit Polnischer Akademie der Wissenschaften

Die Technische Universität Dortmund hat zwei Kooperationsverträge mit polnischen Wissenschaftseinrichtungen geschlossen: mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften sowie mit der Technischen Universität Lodz. Unterzeichnet wurden beide Abkommen während eines Polenaufenthalts von Rektorin Prof. Ursula Gather und Prorektor Forschung Prof. Andrzej…

NRW-Innovationspreis für Prof. Sonja Herres-Pawlis

Prof. Sonja Herres-Pawlis erhält den mit 50.000 Euro dotierten Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Kategorie Nachwuchs. Die Nachwuchsgruppenleiterin an der Fakultät Chemie der Technischen Universität Dortmund und Professorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München wird mit dem Preis für ihre herausragende…

TV-Lernsender nrwision wird vier weitere Jahre zugelassen

„nrwision – der tv-lernsender für nordrhein-westfalen“ wird für weitere vier Jahre zugelassen und gefördert. Das hat heute die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW in Düsseldorf beschlossen. Der landesweite Fernsehsender mit Sitz in Dortmund wird weiterhin vom Institut für Journalistik…

Weitere Beiträge zum Thema: