29. November 2009, Aktuelles, Uni Augsburg

Mehrsprachigkeit bei der Aids-Prävention

Frau Professor Martina Drescher und Dr. Sabine Klaeger (Lehrstuhl für Romanische und Allgemeine Sprachwissenschaften) hatten an der Universität Bayreuth einen international und interdisziplinär besetzten Workshop mit Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Gesundheitskommunikation organisiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung kurz vor dem Weltaidstag: die HIV- und Aids- Prävention.

Ziel des Workshops war es, das gesundheitspolitisch höchst relevante Thema Prävention in multilingualen Kontexten aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Dabei kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis miteinander ins Gespräch.

Mehrsprachigkeit spielt bei der Aids-Prävention eine wichtige Rolle: In den multilingualen Ländern des subsaharaischen Afrikas ist Prävention ohne Mehrsprachigkeit nicht machbar. Und auch in europäischen Ländern entwickeln sich zunehmend sprachlich und kulturell differenzierte Angebote, die speziell auf Migranten zugeschnitten sind.

„Gerade der Vergleich zwischen den beiden Bereichen verspricht interessante Einblicke in die Probleme der gesundheitlichen Aufklärung und neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Prävention in mehrsprachigen Gesellschaften“, so Professor Martina Drescher.

In einer ersten Einschätzung zu den Ergebnissen der Tagung erklärte Frau Professor Martina Drescher, die Bedeutung der Mehrsprachigkeit im Zusammenhang mit der HIV- und Aids-Prävention gehe über den eigentlichen Sprachgebrauch hinaus. „Wir diskutieren zum Beispiel die Frage, ob es sich in der Muttersprache oder doch in einer Fremdsprache, die man gut beherrscht, leichter über tabuisierte Themen reden lässt.“ In Afrika ist genau diese Situation gegeben und diese Frage aktuell.

Ein Forschungsfeld tut sich offenbar auch auf, wenn man die Herkunft und den sozialen Hintergrund von Patienten und Adressaten von Präventionsmaßnahmen ins Auge fasst. Wer aus ländlicher Umgebung in eine hochtechnisierte Welt wechselt, hat mitunter schlicht Verständnisschwierigkeiten.

Zu den Referenten des Workshops gehörten indes nicht nur Sprachwissenschaftler. Ein Virologe beleuchtete die medizinischen Aspkete von HIV/Aids, ein Geograph sprach über die sozioökonomischen Folgen in Afrika. Aids-Berater aus deutschen Großstädten berichteten über ihre Arbeit mit Migranten, Hermann Schuster von der Aids-Beratung Oberfranken, erläuterte die psycho-sozialen Nebenwirkungen von Aids. (uni augsburg)



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