Erfolg beim Professorinnenprogramm für Uni Gießen
Einen zweiten Erfolg beim Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder kann die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) innerhalb von nur wenigen Wochen verbuchen. Einen Bewilligungsbescheid über rund 304.000 Euro hatte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Dr. Helge Braun (CDU), im Gepäck. Weitere 53.000 Euro sind in Aussicht gestellt. Am heutigen Freitag übergab er den Bescheid in seiner Heimatstadt Gießen an JLU-Präsident Prof. Dr. Stefan Hormuth.
„Ich freue mich, heute der Universität Gießen diesen Bewilligungsbescheid überreichen zu können“, sagte Braun: „Das BMBF hat sich auf die Fahne geschrieben, den Anteil der weiblichen Professorinnen deutlich zu erhöhen, und hat daher das Programm auf den Weg gebracht. Diese Bewilligung ist eine Anerkennung für die Qualität Ihres Gleichstellungskonzepts.“
Hormuth dankte Braun für seinen Besuch. Er sieht in dem neuerlichen Erfolg beim Professorinnenprogramm eine weitere Bestätigung dafür, dass die JLU mit ihrem 2008 verabschiedeten Gleichstellungskonzept richtig liegt: „Wir haben in konzentrierter Arbeit ein offensichtlich überzeugendes Konzept entwickelt“, freute sich Hormuth. Die ebenfalls anwesende JLU-Frauenbeauftragte Marion Oberschelp unterstrich: „Ohne unser zukunftsorientiertes Gleichstellungskonzept, das bei dem Begutachtungsgremium auf ein positives Echo stieß, wäre eine Beteiligung an dem BMBF-Professorinnenprogramm nicht möglich gewesen.“ Hormuth, dessen zweite Amtszeit am 16. Dezember turnusmäßig zu Ende geht, sieht die JLU bezüglich der Frauenförderung auf einem guten Weg. Er hofft, dass an der JLU – wo künftig mit Prof. Dr. Eva Burwitz-Melzer und Prof. Dr. Katja Becker erstmalig Frauen im Präsidium vertreten sind – der Anteil von hervorragend qualifizierten Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen der Forschung noch weiter erhöht werden kann.
Aus dem Programm, das das BMBF ausgeschrieben hat, wurden jetzt für die nächsten vier Jahre rund 304.000 Euro bewilligt, und für das Haushaltsjahr 2014 wurden weitere rund 53.000 Euro in Aussicht gestellt. Insgesamt werden der JLU aus dem Professorinnenprogramm im Rahmen dieses zweiten Antragsverfahrens damit rund 357.000 Euro für die Durchführung von Gleichstellungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Von Seiten des Landes werden darüber hinaus weitere Mittel in Höhe von 150.000 Euro in Aussicht gestellt. Anlass der Förderung ist die Berufung der Germanistik-Professorin Dr. Mathilde Hennig.
„Mit dem Professorinnenprogramm verfolgen der Bund und die Länder das Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen des Wissenschaftsbereichs zu steigern“, soweit der entsprechende Abschnitt aus der Bekanntmachung durch das Bundesforschungsministerium. Es geht den Initiatoren darum, die Anzahl von Professorinnen zu erhöhen und die Gleichstellungsbemühungen an den Hochschulen zu unterstützen.
Förderverfahren
Das Verfahren der Förderung schreibt vor, dass mit den bewilligten Mitteln für fünf Jahre die Erstberufung einer Frau auf eine Regelprofessur gefördert wird. In diesem zweiten Fall an der JLU betrifft dies die Professur von Prof. Hennig, Institut für Germanistik. Die Bewilligung der Mittel durch das BMBF-Professorinnenprogramm ist an die Bedingung gekoppelt, dass die jeweilige Hochschule die durch die Förderung des Bundes und des Landes im Haushalt frei werdenden Mittel sowie Eigenmittel für weitere Gleichstellungsmaßnahmen ausgibt. Die JLU hat sich dazu verpflichtet, zusätzlich noch einmal Gelder in gleicher Höhe für das im Gleichstellungskonzept vorgesehene Maßnahmenpaket bereit zu stellen. Durch die zweite Förderung stehen der JLU damit insgesamt mehr als 2 Millionen Euro für gleichstellungsfördernde Maßnahmen zur Verfügung. „Im Vergleich mit anderen Universitäten zeigt sich, dass sich die JLU auch finanziell in außergewöhnlicher Weise für die Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen in der Wissenschaft einsetzt“, freut sich die Frauenbeauftragte. (Uni Gießen)
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