1. Februar 2010, Aktuelles, Uni Gießen

Ringvorlesung Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker

Der Bonner Ökonom Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker beendet am 1. Februar 2010 die Ringvorlesung des Präsidenten

Der Ökonomie wird anlässlich der Wirtschaftskrise der Vorwurf gemacht, zu versa­gen. Zugleich mehren sich die Befunde in der Hirnforschung und der Psychologie, dass die „Anthropologie“ der traditionellen Ökonomie nicht der Wirklichkeit entspricht. Unter dem Titel „Krise in der Ökonomik? Zum Verhältnis von Ökonomik, Hirnfor­schung und Psychologie“ stellt der Bonner Ökonom Carl Christian von Weizsäcker am 1. Februar 2010 die Wirtschaftswissenschaft in das Zentrum seines Vortrags, der die Ringvorlesung des Präsidenten somit beschließt.

Im Rahmen der interdisziplinä­ren Reihe wurde die aktuelle Finanz- und Wirtschafts­krise bisher auf ihre möglichen Ursachen hin untersucht. Zuletzt rückt nun auch die Ökonomik selbst beziehungsweise das in ihr vorherrschende Bild des rationalen „homo oeconomicus“ in den Blickpunkt. Von Weizsäcker wird in seinem Vortrag die Rolle der Ökonomie darlegen: Ratgeberin der Wirtschaftspolitik in einer Weltgesell­schaft, die angesichts ihrer Komplexität nicht zentral gesteuert werden kann. In einer solchen Gesellschaft sind Krisen unvermeidbar, ist die Zukunft nicht voraussagbar.

Carl Christian von Weizsäcker war vor seiner Emeritierung Professor für Volkswirt­schaftslehre und Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln. Seitdem ist er Senior Research Fellow am Max-PIanck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

Insgesamt sechs international renommierte Fachleute aus den Wirtschaftswissen­schaften, der Psychologie und der Philosophie setzten sich in ihren Vorträgen bis Februar 2010 mit den großen Fragen auseinandersetzen, die durch die Krise aufge­worfen wurden: Vom Mechanismus der Krise über die Wirtschaftsgeschichte bis zur Neuordnung des Fi­nanzsystems, von den ethischen Fragen bis zu den Grundlagen­fragen der Ökonomie werden sie die wichtigsten Aspekte der Krise beleuchten.

Die Ringvorlesungen des Präsidenten wenden sich gleichermaßen an ein univer­sitä­res Publikum und an die Öffentlichkeit in Stadt und Region. Die Vorlesungsreihe „Öko­nomie der Krise. Krise der Ökonomie?“ wird in diesem Semester in Koopera­tion mit Prof. Dr. Max Albert, Professor für Verhaltens- und Institutionenökonomik der Justus-Liebig-Universität, durchgeführt.

Mit der aktuellen Ringvorlesung wird das erfolgreiche Format fortgesetzt, das in den letzten Jahren mit der zweisemestrigen Vorlesungsreihe zum „Globalen Wandel“ so­wie der Reihe „Die Zukunft des Gehirns“ großen Zuspruch fand.

Termine, Ort
Alle Vorträge finden in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt (Ludwig­straße 23, 35390 Gießen). Beginn ist jeweils 19 Uhr c.t. Der Eintritt ist frei. (Uni Gießen)



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