2. Februar 2010, Uni Bielefeld

Fachtagung zum Wandel bei der kulturellen Produktion

Am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld findet vom 15. bis zum 17. Februar eine Tagung zum Thema „Transformationen des literarischen Feldes in der Gegenwart: Sozialstruktur, Diskurse, Medien-Ökonomien, Autorpositionen“ statt. Geleitet wird die Tagung von den Literaturwissenschaftlern Professor Dr. Klaus-Michael Bogdal (Bielefeld) sowie Professor Dr. Achim Geisenhanslüke und Dr. Heribert Tommek (beide Regensburg).

Seit den späten sechziger Jahren unterliegt die kulturelle Produktion einem tief greifenden Wandlungsprozess, der sowohl die Sozialstruktur (Milieus und Mentalitäten) als auch das diskursive Feld der Literatur bestimmt. Die Ökonomisierung und Medialisierung aller gesellschaftlichen
Teilsysteme hat zu Veränderungen geführt, die die Struktur der Öffentlichkeit, die Symbolisierung und Subjektivierung von Wissen, die Strukturen des literarischen Feldes wie die Selbstbeschreibungen der kulturellen Akteure gleichermaßen betreffen.

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe setzt sich aus Literatur- und Medienwissenschaftlern, Soziologen, Historikern sowie Vertretern aus der literarischen Praxis (Verlegern, Kritikern) zusammen. Sie stellt sich die Aufgabe, den Wandel der kulturellen Produktion neu zu bestimmen,
indem sie die Selbstbeschreibungsversuche der Postmoderne mit den Fremdbeschreibungen der Sozialwissenschaften verbindet. Neben den Erklärungsmustern, die die wachsende Pluralisierung und Individualisierung des kulturellen Feldes betonen, rücken so neue soziale Trennungen und symbolische Hierarchien, Veränderungen der Öffentlichkeiten und Zwänge des Marktes in den Blick, die sich nicht mehr aus kulturellen Selbstbeschreibungen allein erklären lassen.

Das Ziel der Arbeitsgruppe liegt darin, den kulturellen Wandel der neunziger Jahre am Paradigma des literarischen Feldes sichtbar zu machen und so eine Verbindung von kulturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Ansätzen herzustellen, die dazu in der Lage ist, der populären Annahme entgegen zu treten, die Kultur der Gegenwart lasse sich in ihrer Zersplitterung nicht mehr fassen.

Tagungszeiten:
15. Februar, 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr
16. Februar, 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr
17. Februar, 9.00 Uhr bis 13.30 Uhr
(Uni Bielefeld)



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