8. Februar 2010, Aktuelles, Uni Jena

Ausstellung "Radiolarien" von Jürgen Pretzsch

Radiolarien sind winzig kleine Lebewesen, deren Schönheit sich dem Auge des Betrachters nur mit Hilfe des Mikroskops erschließt. Wobei das Faszinierende an den auch Strahlentierchen genannten Einzellern ihr Skelett ist, das nach streng geometrischen Mustern aufgebaut ist. Den Biologen Gottfried Ehrenberg und Ernst Haeckel gebührt das Verdienst, die Winzlinge dem menschlichen Auge nahe gebracht zu haben. Insbesondere die in den zwischen 1899 und 1904 erschienenen „Kunstformen der Natur“ abgebildeten Radiolarien verblüfften und begeisterten das Publikum.

Der Erfurter Maler und Graphiker Jürgen Pretzsch schuf, inspiriert von Haeckels „Kunstformen“, seine ganz eigenen Interpretationen von Radiolarien. Diese erinnern den 60-jährigen Künstler an phantastische Architekturen, der faszinierende Wunderstrahling „Hexaconus serratus“ etwa sehe aus wie ein von gotischen Türmen überzogener Planet, sagt Jürgen Pretzsch.

Das Ernst-Haeckel-Haus der Universität Jena zeigt vom 10. Februar bis zum 14. Mai 2010 die Schau „Radiolarien“ von Jürgen Pretzsch. Der aus Saalfeld stammende Künstler arbeitete bis 1991 als Architekt und Stadtplaner und seine in der „Villa Medusa“ gezeigten Arbeiten verraten den einstigen Broterwerb des Künstlers.

„Der Künstler kehrt an den originalen Ort seiner Inspiration zurück“, sagt Dr. Thomas Bach vom Haeckel-Haus. Denn Pretzsch bekam 2004 Ernst Haeckels „Kunstformen der Natur“ geschenkt und schuf davon inspiriert Zeichnungen und Drucke, bei denen menschliche Bauwerke den Gesetzen des Aufbaus der Radiolarien folgen. Diese sternförmigen Gebilde heißen „Stern der Verheißung“, „Jene Turrita“ oder „Erfordia Turrita“ und entstanden in den letzten fünf Jahren. Jedes der Blätter lädt ein zu einer Entdeckungsreise, bei der aufmerksame Betrachter eine Fülle von Details aufspüren können. Die Arbeiten honorieren jede für sich die Mühe geduldiger Aneignung.

Eröffnet wird die Ausstellung „Radiolarien“ am Mittwoch, 10. Februar 2010, um 18 Uhr im Ernst-Haeckel-Haus, Berggasse 7. Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach, der Leiter des Haeckel-Hauses, spricht einführende Worte. Der Künstler Jürgen Pretzsch wird anwesend sein.

Geöffnet ist die Ausstellung vom 10. Februar bis zum 15. Mai jeweils Dienstag bis Freitag, die Einlasszeiten sind 10 Uhr, 11.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr. (Uni Jena)



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