9. Februar 2010, Aktuelles, Uni Konstanz

Ist China eine unberechenbare Weltmacht?

Oder eine aufstrebende, nicht berechenbare Weltmacht? “Es gibt in unseren Medien kein dümmeres Geschwätz über China als der Vorwurf der Unberechenbarkeit”, sagt Jürgen Osterhammel, Professor für Neuere und neueste Geschichte mit Schwerpunkt 19. und 20. Jahrhundert.

Mit dem Vorwurf der Unberechenbarkeit “ist offenbar nicht gemeint, dass die Zukunft Chinas ebenso im Dunkeln liegt wie die jedes anderen Landes der Welt, sondern die Einschätzung, die Volksrepublik betreibe eine sprunghafte, willkürliche und ,abenteuerliche’ Außenpolitik. Das Gegenteil ist der Fall”, sagt Prof. Osterhammel, der sich seit mehr als 30 Jahren und noch dazu als Historiker mit China befasst. “Es gibt kaum ein Land mit einer in höherem Maße berechenbareren Politik als China.”
Das asiatische Land habe in den letzten drei Jahrzehnten “nicht die mindeste Aggression gegen ein fremdes Land begangen”. Es verfolge wie jeder andere Staat das, was es für seine nationalen Interessen halte.

Jürgen Osterhammel: “Uns irritiert, dass dies außerhalb von Bündnis-Systemen geschieht und dass – wie etwa in der Klimafrage – übergeordnete globale Zwecke eine geringe Rolle spielen. Aber eine Bedrohung geht von der Atommacht China heute nicht aus.”

Immer wieder pocht China besonders stark auf seine Souveränität, verbietet sich jegliche Einmischung von außen. Sei es, dass es um das Fällen und Vollstrecken von Todesurteilen oder beispielweise um die Zensur im Netz geht. Gibt es dafür Erklärungen aus der Geschichte? Wie beurteilt Jürgen Osterhammel als Historiker die Voraussetzungen für eine Reformpolitik in China? Wie beschreibt der Wissenschaftler heute das Verhältnis Chinas zu Europa?

Antworten auf diese Fragen und das ganze Interview:
www.uni-konstanz.de/imgespraech
(Uni Konstanz)



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