23. Juni 2010, Aktuelles, Uni Bonn

Uni Bonn erhält Buchnachlass von Lord Ralf Dahrendorf

Die Universität Bonn übernimmt den Buchnachlass des renommierten Sozialwissenschaftlers Lord Ralf Dahrendorf (1929-2009). Lady Christiane Dahrendorf, Witwe des 2009 in Köln verstorbenen Soziologen, Politikers und Publizisten, hat die rund 10.000 Bände umfassende Sammlung ihres Mannes jetzt in die Obhut der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB) gegeben. Sie bildet einen zentralen Baustein im Bereich der Demokratieforschung, die die Universität Bonn in den kommenden Jahren weiter ausbauen will.

Die Privatbibliothek Lord Dahrendorfs ist eine fachlich breit gefächerte Gelehrtenbibliothek, deren Bestände die weltweit vernetzte Forschung dieses bedeutenden Wissenschaftlers widerspiegelt. Die Sammlung enthält Literatur in verschiedenen Sprachen zu Themen wie Europäische Entwicklung, Sozialgeschichte Großbritanniens und Deutschlands, Sozialpolitik und Gerechtigkeit, Parteiengeschichte, Bildungspolitik, Globalisierung, Religion und Gesellschaft.

In der ULB soll die Sammlung zunächst gesichtet, katalogisiert und inhaltlich für die Literaturrecherche erschlossen werden. “Wir beabsichtigen, den Bestand als Freihandbibliothek zu präsentieren”, sagt ULB-Direktorin Dr. Renate Vogt. Wo genau die Dahrendorf-Sammlung dauerhaft untergebracht werden wird, steht noch nicht fest.

“Ich freue mich sehr, dass Lady Dahrendorf uns die Sammlung ihres Mannes überlässt”, sagt Rektor Professor Dr. Jürgen Fohrmann, der sich persönlich für die Universität Bonn als neuen Standort des Buchnachlasses eingesetzt hatte. “Bonn ist mit seiner bundesrepublikanischen Vergangenheit und der vorhandenen wissenschaftlichen Expertise der ideale Ort, um sich zu einem Zentrum der Demokratieforschung zu entwickeln”, sagt der Rektor. “Die Bibliothek dieses großen europäischen Wissenschaftlers ist ein Schatz, den es zu hüten gilt. Sir Dahrendorf lehrte an vielen Hochschulen in Deutschland und England. Wir fühlen uns daher sehr geehrt, dass wir seine Bibliothek verwahren zu dürfen – zum Nutzen von Generationen von Studierenden und Wissenschaftlern.” (Uni Bonn)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Schreiben Sie einen Kommentar »



Das könnte Sie auch interessieren:
Bild: Dr. Parween Nori / Hawler Cardiac Center

Uniklinik Bonn: Spendenaufruf für herzkrankes Flüchtlingskind

Mohamed ist mit einem Herzfehler auf die Welt gekommen – und die Uhr tickt. Er bekommt kaum noch Luft und jede Bewegung fällt ihm schwer. Der zehnjährige Junge aus Derika Hemko – einer kurdischen Stadt in Syrien – hat ein…

Bild: Schafgans, Uni Bonn

Universität Bonn weiht Orgel in der Schlosskirche ein

Das historische Uni-Hauptgebäude der Universität Bonn ist um eine Attraktion reicher: Am Sonntag, 6. Mai 2012, wird die neue Orgel der evangelischen Schlosskirche im Südostturm des Barockschlosses feierlich eingeweiht. Erbaut wurde das prächtige Instrument von der traditionsreichen Bonner Firma Orgelbau…

Bild: Uni Bonn

Bewegliches Regendach soll Felder vor Nässe schützen

Ein gigantisches bewegliches Dach haben Agrarforscher der Universität Bonn konstruiert und gebaut. Sie wollen damit ganze Felder vom Regen abschirmen, um etwa besonders trockenheitsresistente Weizen-, Rüben- und Gerstesorten zu finden. Mehr als ein Jahr haben die Wissenschaftler getüftelt, bis das…

Bild: Florian Gloza-Rausch/Uni Bonn/Noctalis Bad Segeberg

Fledermäuse als Ursprung mehrerer Infektionserreger identifiziert

Den wahrscheinlichen Ursprung gleich mehrerer Infektionserreger machten nun internationale Forscher unter Federführung der Universität Bonn ausfindig. Paramyxoviren haben ihren Ursprung in weit verbreiteten Fledermäusen, von denen sich die Erreger auf den Menschen und andere Säugetiere ausgebreitet haben. Insgesamt wurden in…

Bild: Uni Bonn

Botenstoffe für die Gedächtnisbildung

Welche Bedeutung hat die Freisetzung bestimmter Botenstoffe für die Gedächtnisbildung und Informationsverarbeitung im Gehirn? Diese Fragestellung erforschen Wissenschaftler der Universität Bonn gemeinsam mit ihren Kollegen aus Australien und Österreich. Hierfür werden sie in den nächsten drei Jahren mit mehr als…

Weitere Beiträge zum Thema: