Platonismus und Esoterik in byzantinischem Mittelalter
Platonismus und Esoterik in byzantinischem Mittelalter und italienischer Renaissance“ ist das Thema einer Tagung, die vom 19. bis 23. Juli auf dem Campus Westend (IG-Hochhaus, Raum 311) stattfindet und zu der Geisteswissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und den USA erwartet werden. Neben Wissenschaftlern und Studierenden ist auch die interessierte Öffentlichkeit zu dieser Veranstaltung eingeladen.
Der Platonismus hat eine kontinuierliche Geschichte von den Anfängen der Akademie an; doch keineswegs waren es immer Platon selbst und seine Schriften, die im Mittelpunkt des Interesses standen. „Zu bestimmten Zeiten fanden gerade die Überlieferungen besondere Aufmerksamkeit, die der Platonischen ‚Unterwelt‘ zugerechnet werden, wie die Hermetischen Schriften oder die Chaldaeischen Orakel sowie weitere Texte und Lehren, die sich unter dem Begriff der ‚Esoterik‘ zusammenfassen lassen, wie er heutigem Sprachgebrauch geläufig ist“, erläutert Prof. Helmut Seng, klassischer Philologe an der Goethe-Universität und Organisator der Tagung. „Klassische Themen der Philosophie wie Metaphysik, Ideenlehre oder Kosmologie wurden in phantasievoller Bildsprache und poetischer Form als göttlich offenbarte Geheimlehren präsentiert – gerade darin lag und liegt immer wieder der besondere Reiz“, ergänzt der Frankfurter Professor.
Neben der Spätantike sind vor allem zwei Epochen für die Wissenschaftler bedeutsam: zum einen die „Byzantinische Renaissance“ um das 11. Jahrhundert, die nach konventioneller Epochen-Gliederung ins Mittelalter gehört, zum anderen die italienische Renaissance im 15. bis ins 16. Jahrhundert. Dazu Seng: „Die Forschung hat bereits wichtige Ergebnisse gezeitigt; doch hat es bislang keinen Versuch gegeben, die Studien zur Auseinandersetzung mit Esoterik und Platonismus im Byzantinischen Mittelalter und – davon essentiell abhängig – der italienischen Renaissance gezielt zusammenzuführen.“ Einen ersten Ansatz, dies zu unternehmen, stellt die Frankfurter Tagung dar.
Die Veranstaltung führt unterschiedliche Disziplinen und Fragestellungen zusammen, neben verschiedenen Philologien sowohl Theologie und Philosophie als auch Kunstgeschichte und Archäologie. Die Themen reichen von unterschiedlichen Formen der Mystik über die Rezeption der Hermetischen Schriften und der Chaldaeischen Orakel sowie Formen des Platonismus im 15. Jahrhundert bis zu Astrologie und Magie sowie Geistern und Gespenstern. Ausblicke auf spätere Phasen der Rezeption runden das Programm ab. Wissenschaftler und Studierende aller geisteswissenschaftlichen Fächer sind ebenso wie interessierte Bürger zur Teilnahme eingeladen. (Uni Frankfurt)
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