24. Februar 2011, Uni Frankfurt

Zentrum für Islamische Studien geht an die Goethe-Universität

An der Goethe-Universität gibt es künftig ein mit Geldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes „Zentrum für Islamische Studien“. Damit war die Goethe-Universität in einem entsprechenden Wettbewerbsverfahren erfolgreich. In den nächsten Jahren werden somit etwa vier Mio. Euro zusätzlich an Hessens größte Universität fließen. Diese sollen vor allem dazu genutzt werden, um die Forschungs- und Lehrkompetenz in diesem Bereich deutlich zu verstärken.

So sind insgesamt fünf Professuren vorgesehen, derzeit sind es drei. Partner der Goethe-Universität ist die Justus-Liebig-Universität in Gießen, die im Rahmen des von der GU verantworteten Gesamtkonzepts Teile der Religionslehrer-Ausbildung übernimmt.

„Dies ist ein guter Tag für die Goethe-Universität und all jene, die mehr als acht Jahre unermüdlich daran gearbeitet haben, einen Schwerpunkt Islamische Studien aufzubauen“, kommentierte der federführende Vizepräsident, Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, das Ergebnis. „Die erfolgreiche Begutachtung gibt der Weiterentwicklung der Islamischen Studien eine großartige Perspektive. Ich bin den Verantwortlichen im BMBF und der Landesregierung außerordentlich dankbar für diese Unterstützung.“

Den Zuschlag für die Goethe-Universität Frankfurt und ihren Partner Gießen begründete Bundesforschungsministerin Annette Schavan mit den Worten: „In Frankfurt besteht seit dem Wintersemester 2010/11 der Bachelorstudiengang „Islamische Studien“ – ein Engagement, dessen Ausbau wir durch unsere Förderung gern unterstützen. Zudem hat die vorangegangene Forschung und Lehre am `Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam´ dort in den letzten Jahren eine hervorragende Ausgangsbasis geschaffen.“

Laut Lutz-Bachmann kann ein Zentrum für Islamische Studien einen wichtigen Beitrag leisten, um das Verständnis vom Islam im mitteleuropäischen Kontext zu verbessern und gleichzeitig dabei helfen, den Islam im Kontext einer aufgeklärten wissenschaftlichen Tradition neu zu befragen: „Ich finde, dies ist ein ausgesprochen spannendes Experiment, das vor allem durch die enorme Bewegung, die die islamische Welt derzeit durchmacht, ein hohes Maß an zusätzlicher Aktualität gewinnt. Insofern starten wir genau zum richtigen Zeitpunkt.“ In diesem Kontext könnte es von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein, den Wurzeln einer Islamischen Aufklärung nachzuspüren, wie sie sich derzeit in vielen Ländern des Nahen Ostens zeige, und einen Beitrag dazu zu leisten, dass sich dieser Prozess verstetigt. „Die Islamischen Studien werden in Frankfurt in einer engen fachlichen Kooperation mit den beiden christlichen Theologien und der Judaistik entwickelt. Weiterführende Konzepte für diese Zusammenarbeit werden derzeit entwickelt“, so Lutz-Bachmann.

Die Goethe-Universität verfügt nach den Worten von Lutz-Bachmann „über eine seit 2002 gewachsene, international und national ausgewiesene Kompetenz bei der institutionellen Entwicklung und wissenschaftlichen Einbettung der Islamischen Studien in den universitären Kontext.“ Zum Wintersemester 2010/11 hatte der deutschlandweit erste Studiengang „Islamische Studien“ mit mehr als 100 Teilnehmern an der GU seine Arbeit aufgenommen.

Mit dem Zuschlag aus Berlin erhält die Goethe-Universität eines von vier in Deutschland vom BMBF geförderten Zentren für Islamische Studien. Neben Frankfurt/Gießen wurden in der zweiten Runde auch die Universitäten Erlangen und Nürnberg von den Gutachtern ausgewählt. In der Begründung der Kommission heißt es: „An beiden jetzt ausgewählten Standorten sind die vom BMBF geforderten Kriterien nach Meinung der Gutachter in besonderer Weise gesichert: hohe Qualität des fachlichen Konzepts, das erforderliche eigenständige, auf Dauer angelegte finanzielle Engagement der Universitäten, ein etabliertes Fächerspektrum vor Ort, das einen guten Kontext für die neuen Institute bildet, eine tragfähige Ausgestaltung des muslimischen Beirats sowie die Bereitschaft zur standortübergreifenden Kooperation.“

In einer ersten Runde waren im vergangenen Jahr bereits Zentren der Universitäten Münster-Osnabrück sowie Tübingen in die Förderung des BMBF aufgenommen worden. (Uni Frankfurt)



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