11. November 2011, Uni Augsburg

“Forum Populärkultur” an der Uni Augsburg

Mit dem Ziel, in diesem Bereich forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler miteinander kurzzuschließen, einschlägige Projekte, Studien und Publikationen zu initiieren und zu fördern und der an Themen aus diesem Bereich interessierten Öffentlichkeit als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, hat sich jetzt an der Universität Augsburg das interdisziplinäre “Forum Populärkultur” konstituiert.

Zu den Gründungsmitgliedern des neuen Forums zählen Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtswissenschaft, der Ethnologie, der Kunstgeschichte, der Kommunikationswissenschaft oder auch, wie etwa Dr. Daniel Eberhard, der Musikpädagogik: “Wir verstehen uns zum einen als universitätsinternes Forschungsnetzwerk, zum anderen zugleich aber auch als wissenschaftliche Anlaufstelle für in der populärkulturellen Praxis Aktive, also z. B. für das Büro für Popkultur der Stadt Augsburg”, erläutert Eberhard, der am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg im Bereich Jazz/Pop/Medien lehrt und die Big Band der Universität Augsburg leitet. “Vom interdisziplinären Austausch und vom institutionellen Zusammenwirken versprechen wir uns positive Impulse für die im Forum mitarbeitenden Disziplinen und damit gleichzeitig aber auch eine Verbesserung unserer Möglichkeiten, auch überregional die Forschung auf dem Gebiet der Populärkultur mit voranbringen zu können.”

Noch ein Stiefkind der Forschung
Ina Jeske – sie ist Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde und arbeitet aktuell an einem Dissertationsprojekt über den “Rap als Ausdrucksform afro-deutscher Identitäten” – meint:
“Populärkultur hat einen sehr hohen Stellenwert im Leben vieler Menschen, aber interdisziplinäre Forschung zu den äußerst interessanten, spannenden und für unsere Gesellschaft hochrelevanten Fragen, die sie aufwirft, ist bislang dünn gesäht. Durch unser Forum wollen wir nicht nur diejenigen universitären Disziplinen, die durch diese Fragen gefordert sind, besser vernetzen, um auf dieser Basis unsere Kenntnisse zu Formen, Nutzungen und Wirkungen von Populärkultur zu erweitern; vielmehr haben wir auch den Anspruch, die äußerst vielseitigen, bis dato aber eher isoliert innerhalb enger Fachgrenzen betriebenen Augsburger Popkulturforschungen zu bündeln und zu koordinieren, sie dadurch schärfer zu konturieren und dementsprechend deutlicher sichtbar zu machen.”

Herausforderndes und ergiebiges Forschungsfeld für zahlreiche Disziplinen
Zu den mittelfristigen Zielen des neuen Netzwerks zählt es, den Kreis der Gründungsmitglieder durch weitere Disziplinen anzureichern. “Populärkultur”, meint Ina Jeske, “ist ein durchaus ergiebiges Thema z. B. auch für die
Wirtschafts- und Rechtswissenschaften oder für die Soziologie und für die Pädagogik, insbesondere für die Schulpädagogik. Kolleginnen und Kollegen aus diesen Bereichen, die mit uns im Forum kooperieren wollen, sind herzlich willkommen.”

Konkrete Projekte
Für die nähere Zukunft hat das Forum bereits mehrere konkrete Projekte in Bearbeitung: Neben dem inneruniversitären Ausbau des Netzwerks und seiner weiteren Verbreitung in die Stadt Augsburg hinein stehen thematische Workshops und Publikationen auf der aktuellen Agenda. Bereits in Arbeit ist z. B. ein Band zur Dokumentation und Bilanzierung des gegenwärtigen Standes der Augsburger Popkulturforschung. Und u. a. beteiligt sich das Forum Populärkultur als Kooperationspartner auch an der Tagung “Ein bisschen Frieden? Der Wunsch nach Frieden und seine Manifestationsformen in den 1980er Jahren ­ Kunst, Literatur, Populärkultur, Politik und Wissenschaft”.

Zu dieser Tagung laden die Forumsmitglieder Philipp Baur (Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums) und Dr. des. Stefan Hartmann (Kunstgeschichte) vom 3. bis zum 5. August 2012 an die Universität Augsburg ein (siehe http://arthist.net/archive/2237). (Uni Augsburg)



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