3. Januar 2012, Uni Bonn

Efeu ist Pflanze des Monats Januar 2012

Der Efeu (Hedera helix) ist eine sehr bekannte und beliebte Pflanze. Jeder kennt ihn von Spaziergängen im Wald oder als Bewuchs von Ruinen und anderem alten Gemäuer. Er ist der einzige Wurzelkletterer in Mittel-Europa: Seine Wurzeln sind zu Haftorganen umgebildet, mit deren Hilfe er an Bäumen oder Mauerwerk empor wachsen kann. In den Botanischen Gärten der Universität Bonn ist der Efeu die Pflanze des Monats Januar. Er ist hier an verschiedenen Stellen zu finden. Ein besonders prachtvolles Exemplar findet man im Nutzpflanzengarten.

Der biegsame Spross des Efeus kann im Alter verholzen und einen festen Stamm bilden. So gibt es in Deutschland mehrere uralte verholzte Efeu-”Bäume”, die teilweise mehrere Meter hohe Stämme haben. Der Efeu wird in Gärten und Parkanlagen gerne zum Begrünen von Wänden, Pfeilern und anderen künstlichen Flächen benutzt. Außerdem ist er ein beliebter Bodendecker. Ein Nachteil ist, dass man ihn nur sehr schwer im Zaum halten kann. Es genügt ein Rest des Wurzelstocks im Boden oder in einer Mauerritze und er treibt wieder aus.

Das typische Efeublatt ist charakteristisch dreigelappt. Weniger bekannt ist, dass das typische Blatt nur bei jüngeren Pflanzen und im Schatten ausgebildet wird. Wächst die Pflanze z.B. an einem Baum in die Höhe und gelangt so in die Sonne, dann ändert sich die Blattform beträchtlich, sie wird ganzrandig und die Pflanze beginnt zu blühen! Die einzelnen Blüten sind sehr unscheinbar und werden von Insekten bestäubt.

Der Efeu ist in allen seinen Teilen schwach giftig. In der Volksheilkunde wird er bei Bronchitis und Nervenschmerzen verwandt. Bei Griechen und Römern war der Efeu den Göttern des Weines, Dionysos und Bacchus, geweiht. Ebenfalls war er die heilige Pflanze des Gottes Apollo und der Musen, daher erhielten Dichter Efeukränze. In Deutschland ist die Verwendung von Efeu als Gartenpflanze seit dem 16. Jahrhundert belegt. (Uni Bonn)



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