50 Jahre nach der Revolution auf Kuba
50 Jahre Revolution waren dem Castro-Regime kein Anlass zum Feiern. Trotz weltweiter Beachtung fand auf der Insel keine der sonst üblichen Großveranstaltungen vor rekrutiertem Massenpublikum statt. Mit den gescheiterten Idealen der Revolution – die heute, trotz Staatsbankrott, als Modell in lateinamerikanischen Staaten wie Venezuela, Bolivien und Ecuador dient – sowie den Widersprüchen der aktuellen Situation auf Kuba befassen sich drei Tage lang auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Wissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Übersetzer.
Unter dem Motto der ‚revis(it)ierten Revolution’ (‚Cuba – 50 años después. La revolución revis(it)ada’) wird vom 19. bis 21. November die wechselhafte Geschichte der letzten fünfzig Jahre diskutiert. Organisiert wird die in spanischer Sprache abgehaltene Tagung von dem Frankfurter Romanisten Prof. Roland Spiller.
Kuba liefert seit dem Ende des Kalten Krieges ein Beispiel für die Auflösung bipolarer Machtverhältnisse. Die auf der Insel Gebliebenen stehen nicht mehr in einseitiger Opposition zu den Exilkubanern. Nicht wenige der zahlreichen Exilanten in der weltweiten Diaspora dürfen nach langen Jahren des Verbots ungehindert ein- und ausreisen. Dadurch vermischen sich Positionen, und es entstehen neue, zuvor undenkbare Möglichkeiten der Kritik. Diese unberechenbare Situation hat immer noch weltpolitisches Gewicht. Die heutige Situation auf Kuba und eine mögliche Transition nach den Castro-Brüdern bieten ausreichend Stoff zur Diskussion.
Neben den interdisziplinären wissenschaftlichen Sitzungen bereichern kulturelle Beiträge das Programm. Hervorzuheben sind die Lesungen der Schriftsteller Daína Chaviano, Eyda Machín, William Navarrete und Antonio José Ponte, teils im Dialog mit ihren Übersetzern, sowie die Vorführung des Films ‚Havanna – die neue Kunst Ruinen zu bauen’, der in Anwesenheit des Regisseurs Florian Borchmeyer diskutiert wird.
(Uni Frankfurt)
» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen
Schreiben Sie einen Kommentar »
Günter Grass-Gedicht Anzeichen von Altersstarrsinn?
Mit seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ hat der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass international für Empörung und auch Verwirrung gesorgt. Seit der Veröffentlichung des Gedichtes in drei Zeitungen fragen sich viele Beobachter, wie es dazu kommen konnte, dass Grass…
Steine vom Mars zur Untersuchung an der Uni Frankfurt
Ein mit Spannung erwartetes Päckchen mit Gesteinsbruchstücken des Planeten Mars ist an der Goethe-Universität eingetroffen. Bestellt hat es der Mineraloge Prof. Frank Brenker, der sich mit einem internationalen Team auf die Untersuchung extraterrestrischer Proben spezialisiert hat. Durch sein nanoanalytisches Labor…
Milbe Varroa destructor zerstört Bienenvölker in Deutschland
Für die Imker und Bienenforscher beginnt der Frühling in diesem Jahr mit einer traurigen Bilanz. Bis zu 30 Prozent aller Bienenvölker in Deutschland sind im vergangenen Winter der Milbe Varroa destructor zum Opfer gefallen. Einzelne Imker haben sogar alle ihre…
“Diversity-Konzept” an der Uni Frankfurt verabschiedet
Als eine der ersten Universitäten Deutschlands hat die Goethe-Universität Frankfurt am Main heute ihr „Diversity-Konzept“ verabschiedet. „Diversity“ ist ein neuer Begriff in der Hochschulpolitik, der sich mit Vielfalt, Verschiedenheit, Unterschiedlichkeit oder Diversität übersetzen lässt. Ziel des Konzeptes ist es, Studierenden…
Rudolf Steinberg erhält Ehrenplakette der Stadt Frankfurt
Der frühere Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Rudolf Steinberg, erhielt heute aus den Händen von Oberbürgermeisterin Petra Roth im Frankfurter Römer die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt. Mit ihrer höchsten Auszeichnung würdigt die Stadt die großen Verdienste Steinbergs um die Reform…