17. November 2009, Aktuelles, Uni Frankfurt

50 Jahre nach der Revolution auf Kuba

50 Jahre Revolution waren dem Castro-Regime kein Anlass zum Feiern. Trotz weltweiter Beachtung fand auf der Insel keine der sonst üblichen Großveranstaltungen vor rekrutiertem Massenpublikum statt. Mit den gescheiterten Idealen der Revolution – die heute, trotz Staatsbankrott, als Modell in lateinamerikanischen Staaten wie Venezuela, Bolivien und Ecuador dient – sowie den Widersprüchen der aktuellen Situation auf Kuba befassen sich drei Tage lang auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Wissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Übersetzer.

Unter dem Motto der ‚revis(it)ierten Revolution’ (‚Cuba – 50 años después. La revolución revis(it)ada’) wird vom 19. bis 21. November die wechselhafte Geschichte der letzten fünfzig Jahre diskutiert. Organisiert wird die in spanischer Sprache abgehaltene Tagung von dem Frankfurter Romanisten Prof. Roland Spiller.

Kuba liefert seit dem Ende des Kalten Krieges ein Beispiel für die Auflösung bipolarer Machtverhältnisse. Die auf der Insel Gebliebenen stehen nicht mehr in einseitiger Opposition zu den Exilkubanern. Nicht wenige der zahlreichen Exilanten in der weltweiten Diaspora dürfen nach langen Jahren des Verbots ungehindert ein- und ausreisen. Dadurch vermischen sich Positionen, und es entstehen neue, zuvor undenkbare Möglichkeiten der Kritik. Diese unberechenbare Situation hat immer noch weltpolitisches Gewicht. Die heutige Situation auf Kuba und eine mögliche Transition nach den Castro-Brüdern bieten ausreichend Stoff zur Diskussion.

Neben den interdisziplinären wissenschaftlichen Sitzungen bereichern kulturelle Beiträge das Programm. Hervorzuheben sind die Lesungen der Schriftsteller Daína Chaviano, Eyda Machín, William Navarrete und Antonio José Ponte, teils im Dialog mit ihren Übersetzern, sowie die Vorführung des Films ‚Havanna – die neue Kunst Ruinen zu bauen’, der in Anwesenheit des Regisseurs Florian Borchmeyer diskutiert wird.
(Uni Frankfurt)



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