Professor Dr. Walter Brehm Vizepräsident des Turnerbundes
Beim Deutschen Turntag am vergangenen Wochenende in Koblenz haben die Abgeordneten der Landesturnverbände und der Führungsgremien des Deutschen Turnerbundes (DTB) ihr Präsidium gewählt. Neu im DTB-Präsidium ist Professor Dr. Walter Brehm, (Lehrstuhl Sportwissenschaften II: Sportpädagogik, Sportpsychologie, Sportökonomie der Universität Bayreuth). Brehm fungiert als Vizepräsident für den Bereich Allgemeines Turnen.
Bereits seit Mitte der 90er Jahre engagiert sich der Bayreuther Hochschullehrer für den mit fünf Millionen Mitgliedern zweitgrößten sportlichen Verband Deutschlands. Anders als bei der Nummer Eins, der Deutsche Fußball-Bund, liegt beim Deutschen Turnerbund der Schwerpunkt nicht nur auf einer Sportart und nicht in erster Linie auf dem Wettkampfbetrieb. Unter dem Dach des Turnerbundes versammeln sich vor allem Fitnesssportler jeden Alters – vom Kleinkind bis zum Senior.
Genau an dieser Stelle setzt Brehms Engagement für den Verband und auch sein wissenschaftliches Arbeiten an der Universität Bayreuth an: Den Gesundheits- und Fitnessbereich des Turnerbundes hat er seit Mitte der 90er Jahre neu konzipiert. Als neuer Vizepräsident wird er diesen Weg fortsetzen. Was er sich dabei konkret vorgenommen hat? „Ich möchte dazu beitragen, dass jedes Kind eine sportliche Grundausbildung bekommt“, sagt Brehm und erhält dafür von vielen Seiten Unterstützung. Auch der Deutsche Fußball-Bund gehört zu den Befürwortern des breiten Brehmschen Förderansatzes. Denn inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine gute Grundausbildung die Basis für hohe Spezialisierung legt.
Den Erwachsenen will Brehm Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Angebot im Gesundheitssport ermöglichen – mit dem Ziel, die körperliche Leistungsfähigkeit des Einzelnen zu erhöhen. Und der „immer größer werdenden Gruppe der Senioren“ möchte der Bayreuther Universitätsprofessor die Gelegenheit geben, sich bis ins hohe Alter zu aktivieren. In Senioreneinrichtungen sähen zwar viele die Notwendigkeit, hätten allerdings oftmals nicht die Möglichkeit, den älteren Menschen Bewegung zu ermöglichen. Bei den Vereinen wird daher Brehm ansetzen und „nach Schnittstellen suchen“.
In seinem Grundsatzreferat zum Thema „Dienstleister für Vereinsentwicklung“ erklärte DTB-Präsident Rainer Brechtken, der DTB sei erster Ansprechpartner in den Bereichen Kinderturnen sowie Fitness- und Gesundheitssport. „Wir müssen mit Dienstleistungen in unsere Vereine gehen und dort die entsprechenden Bewegungsangebote leisten. Wir haben in Deutschland ein funktionierendes Gesundheitssport-System mit dem entsprechenden Bewegungsprogramm“, so Brechtken. Der Schorndorfer machte deutlich, dass die Zukunft nicht nur dieser sondern auch anderer Dienstleistungsangebote des DTB abhängig ist von einem starken, einheitlichen Solidarsystem im Sport, für das er eine Führungsrolle vom Dachverband DOSB forderte.
Den Hauptvortrag des Deutschen Turntags hielt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Theo Zwanziger. Zwanziger knüpfte die Verbindung zwischen den beiden größten deutschen Sportfachverbänden, zeigte Parallelen auf und nahm Bezug auf das Motto des Turntages. „Auch wir wollen Dienstleister für die Vereine sein und wollen Mitglieder binden“, so Zwanziger, der einräumte, dass man im Bereich Bildung vom Nachbarverband etwas lernen könne. „Dies machen die Turner besser als die Fußballer“, sagte Zwanziger. „Die Chance, Wissen und Bildung zu vermitteln, ist die Gemeinsamkeit von großen Sportverbänden. Turnen und Fußball gehören im deutschen Sport zusammen“, so der Fußball-Präsident. Zwanziger betonte, die gymnastische Grundlagenausbildung sei auch für den Fußball „ungeheuer wichtig“ (Uni Bayreuth)
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