23. Juni 2010, Aktuelles, Uni Hamburg

Autorenfunktion für Hamburger Wissenschaftler beim Weltklimarat

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Hamburger KlimaCampus (Universität Hamburg und Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M)) übernehmen beim nächsten Bericht des Weltklimarats wichtige Autorenfunktionen. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ernannte gleich fünf Wissenschaftler/innen des KlimaCampus zu „Lead Authors“, zum Teil mit weiterführender koordinierender Funktion.

„Der Sachstandbericht des IPCC ist eine wichtige und in ihrer Art einzigartige Bestandsaufnahme dessen, was wir über den Klimawandel und seine Folgen für Umwelt und Gesellschaft heute wissen“, so Prof. Dr. Jochem Marotzke, Geschäftsführender Direktor des MPI-M, der als „Coordinating Lead Author“ – die höchste Autorenkategorie – fungiert.

Neben Prof. Marotzke wurden vier weitere Kollegen vom KlimaCampus als leitende Autoren vom IPCC ausgewählt. Dr. Victor Brovkin und Prof. Dr. Bjorn Stevens vom MPI-M für die Kapitel „Carbon and Biogeochemical Cycles” und „Clouds and Aerosols”. Als Experten für das zentrale Thema Meeresspiegelanstieg wählte das Entscheider-Gremium Prof. Dr. Detlef Stammer, Institut für Meereskunde der Universität Hamburg und Max-Planck-Fellow. Alle vier gehören damit zur Working Group 1, in der es um die physikalischen Grundlagen des Klimawandels und um naturwissenschaftliche Grundlagenforschung geht. Prof. Dr. Daniela Jacob, MPI-M und Climate Service Center, wurde für die Working Group 2 ausgewählt, die sich mit den Folgen des Klimawandels für Umwelt und Gesellschaft und mit möglichen Anpassungsstrategien befasst.

Der Bericht bündelt Erkenntnisse, die die internationale Wissenschaftlergemeinde im Bereich der Klimaforschung in den letzten Jahren gewonnen hat. Die Autor/inn/en prüfen dabei die Ergebnisse, gleichen sie ab und ordnen sie ein. Aufgrund der Kritik am Bericht von 2007, in dem Unstimmigkeiten entdeckt wurden, die später korrigiert werden mussten, ist eine Aufgabe für die jetzt Nominierten zentral: die eingereichten Beiträge nach guter wissenschaftlicher Praxis kritisch zu hinterfragen. (Uni Hamburg)



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