Nachhaltigkeitsbericht der Uni Bayreuth 2010
Die Studierenden von oikos Bayreuth – einem Verein, der Projekte im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens vorantreibt – und des Arbeitskreises Nachhaltiges Wirtschaften haben den von ihnen erstellten Nachhaltigkeitsbericht der Universität Bayreuth vorgelegt.
Um Studierende, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit über die Inhalte des Berichts zu informieren, fand eine öffentliche Präsentation des Berichts statt. Von Seiten der Universität betonte die Vizekanzlerin Ricarda Rabenbauer die Bedeutung des Nachhaltigkeitsberichts in einer kurzen Ansprache. Die Universitätsleitung hatte die Studierenden bei der Erstellung des Berichts maßgeblich unterstützt und einen Großteil der nötigen Daten zur Verfügung gestellt. Anna Ritschel, Vorstand von oikos international, würdigte das Engagement der Studierenden, die über einen Zeitraum von drei Jahren den Bericht erstellt hatten und machte Mut, auch in Zukunft durch solche Projekte dazu beizutragen, den Gedanken der Nachhaltigkeit in der Wirtschaft zu implementieren.
Anschließend präsentierten die Studierenden die Ergebnisse des Berichts. Anhand der Leistungsindikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wird deutlich, inwieweit bereits nachhaltig gehandelt wird und wo Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Bei der Untersuchung der ökonomischen Indikatoren zeigt sich, dass die Universität Bayreuth als größter Arbeitgeber Bayreuths eine bedeutende wirtschaftliche Rolle für die Region Oberfranken spielt.
Die Analyse der ökologischen Leistungsindikatoren belegt indes, dass es vor allem in den neueren Gebäuden Maßnahmen zur Energieeinsparung gibt. Außerdem ist u.a. die Regenwassernutzung im Ökologisch- Botanischen Garten, die eine Wassereinsparung von einem Drittel ermöglicht, positiv hervorzuheben. Nachteilig ist hingegen der Energiemix: Nach wie vor, so heißt es in dem Bericht, werden vor allem Kernkraft und fossile Energien genutzt, obwohl andere Universitäten gezeigt hätten, dass die Installation von Photovoltaik- Anlagen auch finanziell sinnvoll ist.
Die Untersuchung der sozialen Leistungsindikatoren ergab, dass die Universität bereits wichtige Anlaufstellen für Weiterbildung, Gesundheit sowie der Vereinbarkeit von Studium und Familie geschaffen hat und deshalb mit dem „audit familiengerechte hochschule“ zertifiziert wurde. Wünschenswert wäre ein Ausbau des psychologischen Beratungsangebots.
Das Fazit der Autoren des Berichts: Nachhaltigkeit wird in den drei Bereichen in sehr unterschiedlichem Maße umgesetzt. Die generelle Frage, ob die Universität nachhaltig ist, ist daher schwierig zu beantworten: An vielen Stellen werde bereits versucht, die Ziele der Nachhaltigkeit zu verwirklichen, jedoch fehle eine umfassende Koordination der ökonomischen, ökologischen und sozialen Maßnahmen. Daher sei es eine wichtige Forderung des Nachhaltigkeitsberichts, eine zentrale Anlaufstelle einzurichten, die ein umfassendes Konzept für einen nachhaltigen Universitätsbetrieb erstellt, um die bestehenden Bemühungen zusammenzuführen und besser zu koordinieren. (Uni Bayreuth)
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