Zuversichtsstudie unter Schülern
Je höher die Bildung, desto größer die Zuversicht. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse einer im 2. Quartal 2010 erstmals exklusiv
unter Schülern durchgeführten repräsentativen Umfrage im Rahmen der Zuversichtsstudie. Demnach ist der Optimisten-Anteil unter Gymnasiasten am höchsten. Dafür fühlen sich Hauptschüler am besten auf ihr weiteres Leben vorbereitet. Im Bundesländer-Vergleich zeigen sich Schüler in Baden-Württemberg am zuversichtlichsten. Bei der regelmäßig erhobenen Zuversichtsstudie handelt es sich um ein Projekt der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim.
Kurz vor den Sommerferien herrscht in den meisten Schulen Sonnenschein – denn Deutschlands Schüler vertrauen in die Zukunft. Das gilt vor allem beim Blick auf die individuellen Perspektiven: Die meisten Schüler (56%) antworten auf die Frage, wie sie ihrer persönlichen Situation in den kommenden 12 Monaten entgegensehen, „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“. Am optimistischsten sehen Gymnasiasten die weitere Entwicklung ihres Lebens mit einem Anteil von 62% zuversichtlichen Antworten. Bei den Realschülern vertrauen 58% in die eigene Zukunft, in den Gesamtschulen 57% und in den Hauptschulen 46% der Schüler.
Das zeigen die aktuellen Ergebnisse einer im 2. Quartal 2010 erstmals exklusiv unter Schülern durchgeführten repräsentativen Umfrage im Rahmen der Zuversichtsstudie, einem Projekt der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim. Erhoben wurden die Daten von insgesamt 1.503 Schülerinnen und Schülern bundesweit zu je gleichen Anteilen aus Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien.
„Mit steigender Bildung wächst bei den Schülern die Zuversicht, dass sich das eigene Leben positiv entwickelt. Bildung ist also nicht nur ein wichtiges Kapitalfür die materielle Zukunft, sondern auch für das eigene Selbstbewusstsein“, sagt Prof. Frank Brettschneider, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet.
Auch bei der Beurteilung der zukünftigen Lage Deutschlands zeigen sich die Gymnasiasten mit einem Optimisten-Anteil von 27% am zuversichtlichsten. Die gleiche Zuversicht für Deutschlands Zukunft findet sich bei den Realschülern, gefolgt von den Gesamt- und Hauptschülern, von denen jeweils 23% gute Perspektiven für das Land sehen. Damit liegt durchweg bei allen Schülern die Zuversicht für das eigene Leben auf deutlich höherem Niveau als die Zuversicht für die Entwicklung Deutschlands. Den größten persönlichen Rückhalt gibt den Jugendlichen das Zuhause (67%) und die Familie (57%).
„Was Schüler selbst gestalten können, gehen sie mit Zuversicht an – erst recht, wenn sie von Familie und Freunden unterstützt werden. Gesellschaftliche Entwicklungen, die in den Händen der Politiker liegen, sehen sie mit Skepsis“, erklärt Frank Brettschneider. Entsprechend niedrig ist die Zuversicht der Schüler, wenn es um die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage (22%) oder um die Sicherheit der Arbeitsplätze (18%) geht. Noch am zuversichtlichsten sehen Schüler die Qualität der Schulen und Universitäten (29%).
Hauptschulen bereiten Schüler am besten auf die Zeit nach der Schule vor
Von allen Schülern fühlen sich Hauptschüler (53%) durch die Schule am besten für das weitere Leben gerüstet. Von den Realschülern teilen 50% diese Einschätzung, von den Gesamtschülern 47% und den Gymnasiasten lediglich 45%.
„Bei den Hauptschülern ist relativ klar, wie es nach der Schule weitergeht. Dementsprechend gut fühlen sie sich von der Schule auf die Zukunft vorbereitet. Gymnasiasten stehen mehr Optionen offen – auf diese kann die Schule naturgemäß weniger konkret vorbereiten“, sagt Frank Brettschneider.
Eine Vorstellung davon, wie es nach der Schule weitergehen soll, haben 42% der Schülerinnen und Schüler, 41% wissen sogar schon genau, was sie nach der Schule machen wollen: Besonders hoch im Kurs stehen bei den Jugendlichen eine Ausbildung (50%) oder ein Studium (40%).
Der Wunsch, eine weiterführende Schule zu besuchen, besteht bei 24% der Befragten und 17% der Schülerinnen und Schüler möchten nach Abschluss der Schule für einige Zeit ins Ausland gehen.
Die Chancen, dass sich ihre Zukunftspläne verwirklichen lassen, sehen bundesweit 64% der Schülerinnen und Schüler „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“. Relativ optimistisch zeigt sich die Gesamtheit der Schüler auch, wenn es um die Sicherheit eines eigenen Arbeitsplatzes geht (37%).
Schüler in Baden-Württemberg sind am zuversichtlichsten – in jeder Hinsicht
Regionale Auswertungen zeigen, dass die Zuversicht der Schüler im Südwesten der Republik am größten ist – sowohl für das eigene Leben (61%) als auch für Deutschland insgesamt (29%). Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sich im Musterländle bundesweit am meisten Schüler (56%) durch die Schule gut auf ihr weiteres Leben vorbereitet fühlen. Zudem sind 67% der Schüler in der Region optimistisch, dass sich ihre Zukunftspläne verwirklichen lassen.
„Der aktuelle Pisa-Bundesländervergleich belegt, dass Schüler in Baden-Württemberg bundesweit die besten sind – das stimmt sie rundum zuversichtlich. Während die Debatten um die Qualität der Schulsysteme in Norddeutschland und Hessen auf die Stimmung schlagen“, sagt Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim.
Die Zuversichtsstudie
Basis der Zuversichtsstudie, einer gemeinschaftlich durchgeführten Untersuchung der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim, sind repräsentative monatliche Befragungen mit jeweils mindestens 500 – 1.000 Interviewpartnern. Ziel der Zuversichtsstudie ist es, die Stimmungslage in Deutschland zu erheben. Dazu untersucht die Studie regelmäßig die Zuversicht der Menschen im Lande für die jeweils kommenden zwölf Monate in insgesamt zwölf Lebensbereichen – sechs persönlichen und sechs übergreifenden, gesellschaftlichen Bereichen. Die jeweils aktuellen Ergebnisse der Zuversichtsstudie sowie Trends, die sich daraus ablesen lassen, werden der Öffentlichkeit in der Regel vierteljährlich vorgestellt. Im zweiten Quartal 2010 wurden bundesweit zusätzlich Daten von 1.503 Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Online-Befragung erhoben. Die Ergebnisse des dritten Quartals 2010 erscheinen im September 2010. (Uni Hohenheim)
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