Innovationen erfolgreich entwickeln und umsetzen
Die Fähigkeit von Unternehmen, Innovationen zu generieren, erhält vor dem Hintergrund eines steigenden Wettbewerbsdrucks sowie kürzer werdender Produktlebenszyklen eine immer größere Bedeutung. Können Unternehmen ihre Innovationspotenziale optimal nutzen, führt dies zu nachhaltigen Unternehmenserfolgen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügen jedoch meistens nicht über ausreichend Ressourcen sowie Know-how zur nachhaltigen Umsetzung von Innovationen. Soziale Aspekte von Innovationsprozessen werden oft vernachlässigt. Aktivitäten der Unternehmen im Innovationsmanagement zielen häufig auf die Generierung von Produktinnovationen, wohingegen die Bedeutung von Prozessinnovationen sekundär betrachtet wird. Diese Randbedingungen sächsischer KMU bildeten den Ausgangspunkt für die Forschungen im Rahmen des Projektes Innovationslabor (InnoLab-Pro). Ziel des Projektes ist die Etablierung einer Forschungs- und Reflexionsplattform zur interdisziplinären Erarbeitung von Prozessinnovationen in Produktion und Logistik.
Die erste Phase qualitativer und quantitativer Analysen des Projektes ist abgeschlossen. Hierbei haben die Wissenschaftler der Professuren Fabrikplanung und Fabrikbetrieb sowie Organisation und Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz die Innovations- und Wertschöpfungsprozesse bei den Projektpartnern mittels Expertenbefragung und Beobachtungen untersucht und ausgewertet. Neben den Prozessen auf operativer Ebene war die Verankerung des Innovationsmanagements in die Unternehmensstrategie ein wesentliches Analysekriterium. Ergänzt wurden diese qualitativen Analysen durch eine quantitative Erhebung zum Innovationsmanagement in sächsischen Industrieunternehmen. So haben die TU-Forscher von Januar bis Juni 2009 in einer fragebogenbasierten Studie insgesamt 67 Mitarbeiter und Führungskräfte aus 48 sächsischen KMU befragt. Themen der Untersuchung waren Strukturen, Methoden und Kultur des Innovationsmanagements, das Innovationsverständnis sowie die Ausprägung innovationsförderlicher Rahmenbedingungen. Als wesentliche Stärken der Unternehmen in Bezug auf Innovationsprojekte wurden hierbei Flexibilität, eine schnelle Entscheidungsfindung sowie das Know-how und die Kreativität der vorhandenen Mitarbeiter identifiziert. Demgegenüber bilden mangelnde finanzielle und personelle Ressourcen sowie Defizite in der Projektumsetzung wesentliche Herausforderungen bei Innovationsprojekten.
Aus den Ergebnissen der Analysephase leiten sich Anforderungen an das Innovationslabor als Austausch-, Lern- und Reflexionsplattform ab. Sie bilden den Ausgangspunkt für die gegenwärtige Phase der Konzeption von Lösungen des Innovationslabors. In diesem Zusammenhang wurden erste Ansätze zur Weiterentwicklung des Planungswerkzeuges visTable entwickelt. Das Planungstool visTable dient dem Innovationslabor zur partizipativen Planung von Fabriklayouts. Mit der geplanten Erweiterung des visTable sollen zukünftig auch Informationsflüsse im Fabriklayout darstellbar und bewertbar sein. So liefert die Gestaltung optimaler Informations- und Kommunikationsbeziehungen einen wesentlichen Beitrag zur Realisierung eines innovationsfreundlichen Arbeitsumfeldes. Des Weiteren wurden aufbauend auf den Analyseergebnissen Ansätze zur Entwicklung eines Methodenbaukastens entwickelt, mit dem die Werkzeuge und Methoden des Innovationslabors strukturiert werden. Aus diesem Baukasten sollen entsprechend den Anforderungen eines konkreten Innovationsprojektes und dessen Phasen geeignete Methoden zur Projektbearbeitung gewählt werden können. Der Fokus liegt hierbei auf der Auswahl von Methoden, die einen hohen Interaktionsgrad zwischen Mitarbeitern eines Unternehmens und Wissenschaftlern gewährleisten und somit eine partizipative Reflexion und Lösungskonzeption ermöglichen. So können beispielsweise regelmäßige Unternehmertreffen einen Austausch zu Problemstellungen und best-practice aus der Praxis bieten.
In diesem Zusammenhang ist für Februar 2010 ein erstes Treffen der Partnerunternehmen des Innovationslabors geplant, bei dem sich die Unternehmen über Erfahrungen und Lösungsansätze unter anderem zum Thema “Einführung neuer Technologien im Bereich Logistik” austauschen.
Auswirkungen einer Innovation auf die bestehenden Prozesse im Unternehmen sollen im Rahmen des Projektes analysiert und hinsichtlich einer erfolgreichen Einführung im Unternehmen beurteilt werden – unter anderem durch Tests in der Experimentier- und Digitalfabrik der Professur für Fabrikplanung und Fabrikbetrieb.
Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Innovationswettbewerbs “Wirtschaft trifft Wissenschaft” vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für zwei Jahre gefördert. Seit Oktober 2009 ist das Bundesministerium des Inneren zuständig. Projektstart war der 1. September 2008. Projektträger ist das Forschungszentrum Jülich. (TU Chemnitz)
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