Klimawandel-Forschungskooperationen mit West- und Südafrika
Die Folgen des globalen Klimawandels treffen zunehmend Menschen, die am schlechtesten darauf vorbereitet sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert und finanziert darum langfristige Forschungskooperationen mit West- und Südafrika. Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn leitet den Aufbau eines Kompetenzzentrums in Westafrika. Langfristig soll dies dazu führen, dass afrikanische Wissenschaftler, Politiker und Praktiker mit eigener Expertise die Herausforderungen in Bezug auf Klimawandel und Landnutzung auf ihrem Kontinent meistern können.
Das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn leitet den Aufbau eines der beiden regionalen Zentren, die das BMBF unterstützt, und zwar das “WASCAL”(West African Science Service Center on Climate and Adapted Land Use). In dieses Projekt sind außer afrikanischen Partnern Forschungsinstitute aus ganz Deutschland involviert. Von der Universität Bonn engagieren sich auch das Geographische Institut und die Landwirtschaftliche Fakultät für das Projekt.
“Die Entwicklung eines derartigen umfassenden regionalen Netzwerkes ist bisher einmalig und nur deshalb möglich, weil auf Errungenschaften von bisherigen Forschungskooperationen in der Region fortgebaut werden kann”, sagt Prof. Dr. Paul Vlek, Direktor am ZEF und Leiter des WASCAL-Projekts. “Das BMBF hat in den vergangenen 10 Jahren Projekte zu Land- und Wassernutzung wie auch zu Biodiversität in West- und Südafrika finanziert. Das ZEF hat das GLOWA Projekt in Ghana und Burkina Faso geleitet, und kann jetzt auf entsprechende Kontakte und Forschungsergebnisse zurückgreifen. Auch haben wir Dutzende afrikanische Doktoranden ausgebildet, die jetzt als unsere Partner an Universitäten und für internationale Organisationen in der Region tätig sind.”
Das BMBF fördert in einer Startphase bis Mitte 2011 den Aufbau des westafrikanischen Kompetenzzentrums WASCAL mit 2,9 Millionen Euro. Partnerländer sind 10 westafrikanische Staaten (Ghana, Burkina Faso, Benin, Elfenbeinküste, Gambia, Mali, Niger, Nigeria, Togo und Senegal). Das zweite Zentrum wird in Südafrika entstehen. Nach der Startphase werden weitere Mittel für die Umsetzung der Kompetenzzentren zur Verfügung gestellt.
In der knapp anderthalb Jahre dauernden Startphase von WASCAL sollen die Grundlagen für ein regionales Kompetenzzentrum in Ouagadougou, Burkina Faso, gelegt werden. Hier sollen von afrikanischen und internationalen Wissenschaftlern Daten zu Klimawandel und Landnutzung erhoben, gespeichert und aufgearbeitet werden. Außerdem werden von hier aus in Zukunft die weiteren regionalen Aktivitäten koordiniert. Darüber hinaus werden afrikanische und deutsche Wissenschaftler ein gemeinsames Forschungsprogramm zu Klimawandel und Landnutzung entwerfen. Als dritte Säule von WASCAL sollen westafrikanische Universitäten in Kooperation mit deutschen Universitäten sieben Graduiertenschulen zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen den Klimawandel betreffend aufbauen. (Uni Bonn)
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