Erfolgsstrategien im Gesundheitstourismus – Publikation
Wissenschaftler der Universitäten Greifswald und Rostock haben jetzt die Ergebnisse von zwei umfassenden Studien zum Thema Tourismus und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Die Publikation Erfolgsstrategien im Gesundheitstourismus. Analysen zur Erwartung und Zufriedenheit von Gästen liefert umfangreiche und aktuelle Informationen zu den Chancen, Touristen mit gesundheitsorientierten Angeboten ins Land zu locken.
Beide Untersuchungen wurden vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben.
Die Publikation liefert umfangreiche und aktuelle Informationen zur Nachfragestruktur im Gesundheitstourismus. Im Rahmen einer für die deutsche Bevölkerung repräsentativen Telefonbefragung wurden die Erwartungen potenzieller Kunden an gesundheitsorientierte Leistungen im Urlaub ermittelt. Dabei wurden vor allem „Massagen“ und „Schwimmen/Aquasport“ als wichtigste Angebotsformen benannt, die gänzlich selbst bezahlt würden. Als Zielgruppen von Gesundheitstourismus wurden vor allem verheiratete Frauen im Alter zwischen 35 und 54 Jahren, jüngere Männer unter 45 Jahren und die Generation 65 plus ermittelt.
Eine zweite große Erhebung im Rahmen des Projektes „GesundTour“ erfasste die Qualität der Gesundheitsleistungen in ausgewählten Rehabilitationskliniken, Hotels, Kurmittelzentren und Thermen Mecklenburg-Vorpommerns aus Sicht der Gäste vor Ort. Dabei zeigte sich eine hohe bis sehr hohe Zufriedenheit der Gäste mit den in Anspruch genommenen Angeboten, wobei hier vor allem die Untersuchungen und Coachings genutzt wurden.
Die fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse können helfen, präventive Gesundheitsangebote in Mecklenburg-Vorpommern weiterzuentwickeln. Sie geben Auskunft über Reisemotive, Erwartungshaltungen und Zahlungsbereitschaft von Gesundheitstouristen. Die Publikation erklärt auch, was sich hinter Begriffen wie Kurtourismus, Medical Wellness oder Medizintourismus verbirgt.
Der Tourismus nimmt in Mecklenburg-Vorpommern eine außerordentliche Stellung ein: Mit einem Bruttoumsatz von rund 5,1 Mrd. Euro und einem Beschäftigtenäquivalent von 173.000 Personen, die durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist der Tourismus von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Einen großen Beitrag hierzu leistet der Gesundheitstourismus. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 59 Kur- und Erholungsorte und 63 Vorsorge- und Reha-Einrichtungen.
Die Studien im Rahmen des Projektes „GesundTour M-V“ wurden vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben. Die Leitung der Forschungsgruppe hatte die Greifswalder Expertin für Gesundheitstourismus, Prof. Dr. Monika Rulle, in Kooperation mit dem Greifswalder Versorgungsforscher vom Institut für Community Medicine, Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, und der Lehrstuhlinhaberin für Naturheilkunde an der Universität Rostock, Prof. Dr. Karin Kraft. (Uni Greifswald)
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