Photovoltaik-Abteilung der Uni Konstanz erhält Millionenunterstützung
Fast hat man den Eindruck, als stünde Prof. Giso Hahn, Leiter der Photovoltaik-Abteilung, gerade auf der Sonnenseite des Wissenschaftlerlebens. 2008 hat er vom Bundesumweltministerium 3,7 Millionen Euro für seine Forschungsarbeit bekommen, jetzt 1,25 Millionen Euro von einem Unternehmen. “Natürlich freut uns diese Unterstützung sehr, da sie ja auch eine Anerkennung der bislang geleisteten Arbeit ist”, sagt der Wissenschaftler.
Die Riesensummen relativieren sich angesichts der Tatsache, dass bei inzwischen mehr als 40 Mitarbeitern nur zweieinhalb Stellen aus dem Unihaushalt finanziert werden, also fast alle Mitarbeiter aus diesen eingeworbenen Drittmitteln bezahlt werden. Allein für Personalausgaben müssten jährlich 1 bis 1,5 Millionen Euro eingeworben werden, sagt der Wissenschafter. “Das geht eigentlich nur, wenn wir uns aktuellen Forschungsthemen widmen, die auch für die Industrie von Bedeutung sind.
Dafür muss dann aber in den verschiedenen Stadien der Projekte von der Vorläuferforschung über die Beantragungsphase und die eigentliche Forschungsphase innerhalb des Projekts auch hart gearbeitet werden”, so Giso Hahn weiter.
Sind Gelder und Spenden aus der Wirtschaft für ihn als Wissenschaftler mit einem “Gschmäckle” verbunden? “Im Rahmen von konkreten Forschungsprojekten ein klares Nein”, lautet die Antwort von Giso Hahn, “da hier vertraglich genau definiert ist, wofür das Geld innerhalb des Projekts eingesetzt werden kann. Außerdem bestehen klare Verträge, die von der Rechtsabteilung ausgehandelt werden. Ohne diese Drittmittelprojekte wäre ein großer Teil der universitären Forschung und Ausbildung nicht möglich.” Bei frei zur Verfügung gestellten Mitteln ohne konkreten Projekthintergrund müsse natürlich sichergestellt werden, “dass hier keine unerlaubte Einflussnahme stattfindet.” Giso Hahn: “Wir wären aber schlecht beraten, wenn wir dies zuließen, da wir auch mit weiteren Partnern aus der Industrie zusammenarbeiten, die teilweise Konkurrenten sind. Somit wollen und müssen wir unabhängig bleiben, wenn wir auch weiterhin längerfristig erfolgreich forschen wollen.”
Was genau soll mit den 1,25 Millionen Euro passieren? Ist der Wissenschaftler frei in der Verwendung des Geldes? Gibt es einen Vertragspassus, wonach Forschungserkenntnisse nur an das Unternehmen weitergegeben werden dürfen, das die 1,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat?
Antworten auf diese Fragen und das ganze Interview:
www.uni-konstanz.de/imgespraech. (Uni Konstanz)
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