31. Mai 2012, Uni Berlin (HU)

1,25 Mio. Euro Fördermittel für Informatiker Prof. Dr. Martin Grohe

Prof. Dr. Martin Grohe, Mitglied des Instituts für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin, wird im Rahmen der Reinhart Koselleck-Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1,25 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren gefördert. Die DFG eröffnet in diesem Rahmen herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, in hohem Maß innovative oder im positiven Sinn risikobehaftete Projekte durchzuführen.

Im Mittelpunkt von Grohes Forschungsprojekt aus dem Gebiet der algorithmischen Graphentheorie steht das Graphenisomorphieproblem, das als eines der wichtigsten offenen Probleme der theoretischen Informatik gilt. Die Graphenisomorphie spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, zwei Objekte per Computer auf ihre Gleichheit beziehungsweise Ungleichheit zu untersuchen. „Die ersten Anwendungen des Problems lagen in der Chemie, wo es um den Vergleich von großen Molekülen ging, die aus vielen Atomen zusammengesetzt sind. Das Problem hat aber auch zahlreiche Anwendungen in der Informatik, beispielsweise in der Künstlichen Intelligenz oder bei der Entwicklung von Programmiersprachen“, erklärt Grohe. Der theoretische Informatiker, der den Lehrstuhl Logik in der Informatik inne hat, untersucht in diesem Forschungsprojekt mit verschiedenen Ansätzen die Komplexität des Isomorphieproblems. Ziel ist die Entwicklung eines effizienten Algorithmus zur Lösung des Problems. Auch die Studierenden werden profitieren, da eine Vorlesung zum Thema angeboten wird.

„Auch wenn das Problem nach wie vor offen ist, hat es im Laufe der vergangenen vierzig Jahre eine Fülle von Teilergebnissen ganz unterschiedlicher Natur gegeben, die auf Techniken aus verschiedenen Teilgebieten der theoretischen Informatik und der diskreten Mathematik beruhen“, so Grohe. Seit den frühen 1980er Jahren stehen bei der theoretischen Untersuchung des Isomorphieproblems gruppentheoretische Methoden im Vordergrund. Ausgangspunkt für Grohes Herangehensweise hingegen sind Techniken der modernen Graphenstrukturtheorie sowie Techniken aus der Logik, von denen bekannt ist, dass sie in engem Zusammenhang mit kombinatorischen Ansätzen zur Lösung des Isomorphieproblems stehen. (HU Berlin)



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